In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Dr. Albrecht Schack, der am 15.12.2025 im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Er wurde im Februar 1932 in eine unruhige Welt geboren. Dennoch gelang es ihm durch Strebsamkeit und Eifer, 1957 ein Diplom in Volkswirtschaft zu erwerben. Dazu  ging er auch in die Schweiz und nach Finnland, wo er in verschiedenen Praktika  wirkte. 1959 erlangte er die Doktorwürde mit einer Arbeit zu „Führungsprobleme[n] im ländlichen Genossenschaftswesen“. Im selben Jahr begann Dr. Albrecht Schack als pädagogischer Mitarbeiter an der Ev. Heimvolkshochschule Hermannsburg, heute Evangelisches Bildungszentrum,. Er blieb dieser Einrichtung bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 treu und schloss daran weitere drei Jahre als Gastlehrer an – ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie wichtig und zugleich erfüllend die Arbeit und die Auseinandersetzung mit Menschen für ihn war.

An der Hermannsburger Heimvolkshochschule arbeitete Dr. Albrecht Schack an einer Idee von Bildung, die weit über das bloße „Vermitteln“ von Fakten hinausging und den Menschen als Ganzes in den Blick nahm. Zu seinen Aufgabenfeldern gehörten – bei sich wandelnden Anforderungen und Arbeitsstrukturen in der Erwachsenenbildung – der Unterricht in Wirtschaftskunde, Soziologie, politischer Bildung und Rechtslehre ebenso wie in Deutsch, Literatur, Techniken geistiger Arbeit und auch darstellendem Spiel. Darüber hinaus hielt er Vorträge auch in anderen Häusern und wirkte in der Öffentlichkeitsarbeit.

Besonders die Zukunft junger Erwachsener lag Dr. Albrecht Schack bis zuletzt am Herzen. In früheren Jahrzehnten, in denen es in den ländlichen Regionen Niedersachsens nur wenige weiterführende Schulen gab, bot die Hermannsburger Heimvolkshochschule zweite Chancen. Dabei stand die „Förderung der Allgemeinbildung, der religiösen und beruflichen Orientierung sowie die Vorbereitung auf die Übernahme von Verantwortung in Familie und Gemeinwesen“, wie Dr. Albrecht Schack einmal selbst festhielt, im Mittelpunkt. Für ihn war es von großer Wichtigkeit, dass junge Menschen nicht nur Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen lernten, sondern dass sie dabei auch einander im Blick behielten. Bis zuletzt war Dr. Albrecht Schack offen und interessiert an den Ideen und Herausforderungen im Leben junger Menschen. 

Über die Landesgrenzen hinaus prägte Dr. Albrecht Schack mit seiner Überzeugung und Expertise in zahlreichen Artikeln, Vorträgen sowie durch seine Mitarbeit in Gremien und Arbeitskreisen den Blick auf „zweite Chancen“ im Bildungsweg. Was für viele junge Menschen heute selbstverständlich ist – dass es diverse Wege und Chancen gibt, das eigene Leben ordentlich zu gestalten –, ist auch dem anhaltenden Engagement von Menschen wie ihm zu verdanken. Viele sind ihm bis heute dankbar dafür, dass er ihnen diese Chancen eröffnet hat.

Auch war der christlich-jüdische Dialog ein besonderes Anliegen von ihm. Gemeinsam mit seiner Frau etablierte er von 1998 bis 2006 im Programm der Heimvolkshochschule Wochenendseminare unter Mitwirkung jüdischer Referentinnen und Referenten. Noch bis in dieses Jahr hinein arbeitete er an Veranstaltungen zum jüdisch-christlichen Dialog mit und hatte große Freude daran, den Austausch mit anderen Menschen und Ideen voranzubringen.

Seit 1968 gehörte Dr. Albrecht Schack der Sozialdemokratischen Partei an; über 36 Jahre hinweg war er Mitglied des Gemeinderates Hermannsburg und zeitweise auch erster stellvertretender Bürgermeister. Ob als Vorsitzender des Schulelternrates der Hermann-Billung-Schule und des Christian-Gymnasiums, als Gründungsmitglied und zeitweiliges Vorstandsmitglied der BI Südheide oder als Vorsitzender des Krankenpflegevereins Hermannsburg von 1996 bis 2003 – gemeinsam mit und dank der Unterstützung seiner Frau trug er dazu bei, Hermannsburg immer wieder ein Stück besser zu machen. Folgerichtig wurde ihm am 10. März 2017 für seinen ehrenamtlichen Einsatz das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Die SPD verliert mit Dr. Albrecht Schack nicht nur eine herzlich-warme Stimme für die sozialdemokratische Idee, sondern auch eine Persönlichkeit, die in Hermannsburg und über die Landesgrenzen hinaus für ihr Engagement und ihren Tatendrang bekannt und geschätzt war. Seine Vorstellungen von einer gerechten und guten Welt – die er anderen niemals aufzwang, sondern die er stets zutiefst demokratisch und demütig in den offenen Diskurs einbrachte – bleiben unvergessen. Sein Humor, seine Strebsamkeit und sein Glaube an eine bessere Welt klingen in vielen Herzen weiter und bewegen dazu, auch selbst weiterhin Dinge zu bewegen.

Unsere Anteilnahme gilt seiner Ehefrau Vorname und den Kindern Hannelore und Donate sowie allen, die ihm nahestanden und um ihn trauern.


Kai Förstermann
Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Südheide